Gerfalke

Falco rusticolus

  Weiblich:

Männlich:

Größe: ca. 56 cm

ca. 53 cm

Gewicht: ca. 2 kg

ca. 0,9 kg

Spannweite: ca. 131 cm

ca. 105 cm

Lebensraum:

überwiegend polare und arktische Regionen nahe der Baum- und Vegetationsgrenze, nördlich des 60. Breitengrades

Nahrung:

Schneehühner, Ziesel, Polarhasen, Mäuse, See- und Wasservögel

Brutdauer:

ca. 30 - 32 Tage

Gelege:

3 – 6 Eier, Brutgebiete liegen an Waldrändern, mittleren Gebirgslagen in Felsenklippen, Felsnischen, Horste des Kolkraben

Lebenserwartung:

in der Freiheit liegt bei ca. 15 Jahren in Gefangenschaft ca.18 Jahre

Besonderheiten:

Der Gerfalke ist die weltweit größte Falkenart, außerhalb der Paarungszeit ist er ein strikter Einzelgänger, beansprucht ein großes Jagd- und Brutrevier. Seine natürlichen Fressfeinde sind Polarfuchs, Vielfraß, Kitfuchs und Virginia-Uhu.
Die horizontale Fluggeschwindigkeit übertrifft sogar die des Wanderfalken, wird im asiatischen Raum und im Nahen Osten seit über 4.000 Jahren als Beizvogel / Jagdfalke sehr geschätzt, gut ausgebildete Gerfalken erzielen bei Verkäufen Höchstpreise. Zwar ist der Handel und der Wildfang mit diesen Tieren heute verboten, auf dem illegalen Tiermarkt werden diese wunderschönen Raubvögel im Nahen Osten immer wieder angeboten. Weiße Gerfalken galten als besonders wertvoll und zählten regelmäßig zu den Geschenken an und zwischen Fürstenhäusern. In Teilen von Nordasien werden die Tiere auch wegen ihrer Federn und ihres Fleisches gejagt.
Zwei Jagdtechniken sind für den wendigen und schnellen Gerfalken typisch. Entweder stößt er aus einem kreisenden Suchflug heraus steil auf die Beute herab. Nach einzelnen Beobachtungen erreicht er im Sturzflug eine Geschwindigkeit von 160 bis 208 Kilometern in der Stunde. Alternativ fliegt der Gerfalke dicht über dem Boden und überrascht dabei sitzende oder auffliegende Vögel. Dieser Jagdflug wird gelegentlich durch Ansitze auf niedrigen Warten unterbrochen.
Die Beute wird, sofern nicht bereits von der Wucht des Zusammenpralls, durch einen anschließenden Biss in den Nacken beziehungsweise Hinterschädel getötet. Gewöhnlich wird die Beute an Ort und Stelle gerupft und gefressen oder wird mit den Fängen zum Horst transportiert, wenn dort Nestlinge zu versorgen sind. Bei gutem Jagderfolg werden auch Nahrungsdepots angelegt. Gerfalken jagen sowohl während des Tages, als auch in der Dämmerung. Auch bei schwachem Licht können sie noch sehr gut sehen.